Die Erbin von widerrechtlich enteigneten Kunstwerken bekommt nach Jahrzehnten ihr Eigentum zurück.

Im Fokus dieses bibliophilen Bändchens stehen einige Ölbilder Gustav Klimts, insbesondere dessen erstes Porträt der Adele Bloch-Bauer. Die sog. "Goldene Adele" oder auch "Mona Lisa Österreichs" war 1903 von Adeles Gemahl Ferdinand in Auftrag gegeben und 1907 fertiggestellt worden. Eine Absichtserklärung der 1925 verstorbenen Adele, "ihre" Klimt-Sammlung nach dem Tod ihres Gemahls der Österreichischen Galerie in Wien übergeben zu wollen, wurde gegenstandslos, als Ferdinand 1938 von den Nazis zur Flucht gezwungen und seines gesamten Besitzes beraubt wurde. Flucht und Enteignung widerfuhren auch Adeles Nichte Maria, verheiratete Altmann. Bemühungen der Erben nach dem Krieg von ihrem Exil USA aus um Rückgabe des rechtmäßigen Besitzes stießen weitgehend auf taube Ohren. Erst ab 1998 kann Maria Altmann, nun Alleinerbin, mithilfe des jungen Anwalts Randol Schoenberg, eines Enkels des Komponisten Arnold Schönberg, in diversen Prozessen das Blatt wenden: Sie geht bis vor das Höchste Gericht der USA und verklagt den Staat Österreich. In einem Schiedsspruch erhält sie 2006 die Klimt-Bilder zurück. Nach der Lektüre versteht man, warum Erben mit allen rechtlichen Mitteln Kunstwerke zurückfordern, die in der NS-Zeit ihren Vorfahren geraubt wurden, auch dann, wenn die Werke inzwischen integraler Bestandteil eines renommierten Museums geworden sind.

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